Betrug bei ambulanten Pflegediensten – Verbraucherzentralen informieren Sie über Ihre Rechte

(vzb) Abrechnungsbetrug bei ambulanten Pflegediensten ist offenbar weit verbreitet. Dies zeigen erneute Medienberichte über Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft, mangelnde Kontrollen und die lebensbedrohlichen Zustände durch unqualifiziertes Pflegepersonal.

Der deutsche Pflege- und Betreuungsmarkt hat sich zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Um in diesem System nicht auf schwarze Schafe hereinzufallen, müssen Verbraucher ihre Rechte kennen.

Guter Rat ist unabhängig
Für die Pflege in den eigenen vier Wänden beauftragen viele Verbraucher ambulante Pflegedienste, ausländische Betreuungskräfte oder holen sich Hilfe durch sogenannte Betreuungs- und Entlastungsangebote im Haushalt. Was viele Pflegebedürftige jedoch nicht wissen: Für die rechtliche Prüfung dieser Pflege- und Betreuungsverträge sind nicht etwa die Pflege- oder
Krankenkassen, sondern die Verbraucher selbst verantwortlich.

„Viele dieser Verträge enthalten vorformulierte Klauseln, die für Laien nicht immer leicht zu verstehen sind“, berichtet Petra Hegemann, Projektleiterin der Verbraucherzentrale Berlin. Außerdem sehen sich viele Betroffene in ihrer aktuellen Lebenssituation nicht in der Lage, die schwierige Vertragsmaterie zu prüfen.

Verbraucherzentralen klären auf!
Die Verbraucherzentralen klären Pflegebedürftige und ihre Angehörigen über ihre Rechte im ambulanten Pflegemarkt auf und geben Handlungsempfehlungen an die Hand. Im Rahmen des Projekts „Marktprüfung ambulante Pflegeverträge“ prüfen Verbraucherschützer in Berlin, Brandenburg und im Saarland Verträge auf Rechtsverstöße, um unfaire Vertragsbestimmungen oder gar Betrugsfälle
aufzudecken.

Wer seinen ambulanten Pflegevertrag prüfen lassen möchte, kann eine Kopie per E-Mail an mail@pflegevertraege.de oder per Post an die Verbraucherzentrale Berlin e.V., Hardenbergplatz 2 in 10623 Berlin senden. Die Verträge werden vertraulich behandelt und persönliche Daten nicht an Dritte weitergegeben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann Daten vorab anonymisieren.


Info- und Aufklärungstelefon
Sie haben konkrete Fragen zu Ihrem Vertrag oder zum Angebot eines Anbieters von Pflege- und Betreuungsleistungen? Wir informieren unabhängig und vertraulich zu Verbraucherrechten und vertragsrechtlichen Fragen sowie Problemen in der ambulanten Pflege. Die Verbraucherzentralen haben außerdem ein Infotelefon geschaltet.

Es ist zu erreichen unter: 030 / 54 44 59 68.

Montag: 8:00 – 12:00 Uhr
Mittwoch: 14:00 – 18:00 Uhr
Freitag: 9:00 – 13:00 Uhr

Fragen zum Leistungsrecht können nicht beantwortet werden. Dazu können sich Verbraucher an ihre Pflegekasse oder einen Pflegestützpunkt in ihrer Nähe wenden.

Hintergrund
Die Verbraucherzentralen der Länder sind die unabhängige Interessenvertretung der Verbraucher. Die Verbraucherzentrale Berlin hat das Projekt „Marktprüfung ambulante Pflegeverträge“ gestartet, um die Rechte von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen zu stärken. Dazu nehmen die Verbraucherschützer Verträge mit Anbietern ambulanter Pflege- und Betreuungsdienstleistungen genauer unter die Lupe. Die Umsetzung des Projekts erfolgt in Zusammenarbeit mit den Verbraucherzentralen Brandenburg und Saarlands und wird vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert.

Quelle: Verbraucherzentrale Berlin e. V.

 

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