Aluminium in Impfstoffen – Besser aufs Deo verzichten als auf Impfungen

Impfen oder nicht impfen? Einige Menschen sind verunsichert, weil sie Nebenwirkungen von Impfstoffen fürchten. In Diskussionen darüber spielen auch Aluminiumverbindungen eine Rolle, die einigen Impfstoffen als notwendige Wirkverstärker zugesetzt werden. Doch wie hoch ist das Risikopotential dieser Zusatzstoffe wirklich? Jetzt liegt eine Sicherheitsbewertung vom Paul-Ehrlich-Institut vor. Demnach gibt es keine Hinweise auf gesundheitlich schädigende Wirkungen durch Aluminiumverbindungen nach Impfungen.

(dgk) Das Thema ist nicht neu. Schon seit mehr als 80 Jahren werden Aluminiumsalze als Wirkverstärker verschiedenen Impfstoffen zugesetzt, beispielsweise denen gegen Tetanus und Diphtherie. In den vergangenen Jahren hat die Diskussion um die Wirkverstärker allerdings zugenommen. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat daher im September vergangenen Jahres auf die Fragen aus der Bevölkerung und von Fachverbänden reagiert und eine Sicherheitsbewertung von Aluminium in Impfstoffen veröffentlicht.

Weniger als erlaubt
Zunächst muss geklärt werden, wie viel des Leichtmetalls überhaupt in einer Impfdosis enthalten sein kann. As Europäische Arzneibuch begrenzt den Aluminiumgehalt auf maximal 1,25 mg pro Dosis. Erfreulich ist, dass alle in Europa zugelassenen Vakzine diesen Wert deutlich unterschreiten. Sie enthalten lediglich 0,125 bis 0,82 mg Aluminium pro Dosis.

Welche Nebenwirkungen gibt es?
Dennoch stellt sich natürlich die Frage: Wie sicher ist Aluminium als Wirkverstärker? Fakt ist: Nach Impfungen mit Aluminiumverbindungen als Wirkverstärker können vermehrt bestimmte Nebenwirkungen beobachtet werden. Am häufigsten sind dies, so das PEI, lokale Nebenwirkungen, wie Schwellungen oder Verhärtungen an der Injektionsstelle, die in der Regel nach drei Tagen verschwinden. Nur in seltenen Fällen kommt es zu Knötchen oder Zysten im Gewebe der Unterhaut, aus denen wiederum selten auch Abszesse entstehen können. Diese heilen in der Regel spontan ab.

Des Weiteren finden sich in der medizinischen Literatur sehr seltene Fälle von entzündlichen Veränderungen der Muskulatur in der Impfregion. Laut PEI jedoch sind Impfungen allein nicht der Auslöser dieses seltenen Phänomens.

Dialyse: Schädliche Wirkungen bei extrem hohen Konzentrationen
Doch am wichtigsten ist sicher die Frage nach einer möglichen Giftwirkung von Aluminium auf den Körper insgesamt. Tatsächlich kennt man solche toxischen Wirkungen, allerdings aus extremen Bedingungen: Früher enthielt das Wasser, das für Blutwäschen (Dialyse) verwendet wurde, Aluminiumverbindungen. Patienten, die wegen eines Nierenschadens auf die Blutwäsche angewiesen waren, nahmen über das Dialysewasser sehr viel davon auf. Dabei wurden teilweise extrem hohe Aluminiumkonzentrationen im Blut erreicht. In der Folge konnte man voranschreitende Hirnschäden bis hin zu einer Demenz beobachten, sowie negative Effekte in Bezug auf die Knochenentwicklung und die Fortpflanzung.

Aluminium-Beitrag durch Impfungen vergleichsweise gering
Diese Beobachtungen lassen sich jedoch nicht auf die Situation bei Impfungen übertragen. Die Dialyse ist ein regelmäßig immer wieder stattfindendes Ereignis, Impfungen nicht. Die Impfstoffe werden auch nicht intravenös, sondern intramuskulär verabreicht. Hinzu kommt, dass die in den Impfstoffen enthaltenen Aluminiumverbindungen nur schwer löslich sind, was bedeutet, dass sie nur nach und nach in kleinen Mengen in den Blutkreislauf gelangen. Der Großteil des so aufgenommenen Aluminiums wird direkt über die Niere wieder ausgeschieden. Ein kleiner Teil braucht länger, so dass Schätzungen zufolge 1 bis 2 Prozent des aus Impfstoffen resorbierten Aluminiums im Körper angesammelt werden können.

Tagtägliche Aluminium-Aufnahme durch Nahrung und Pflegeprodukte
Dabei ist jedoch zu bedenken: Über die Nahrung, das Trinkwasser, Medikamente oder bestimmte Pflegeprodukte wie Deos nehmen wir tagtäglich Aluminium auf. Verglichen mit diesen Quellen ist der Beitrag von Impfungen zur geschätzten lebenslangen Netto-Ansammlung von Aluminium gering und vor dem Hintergrund des hohen Nutzens der Impfungen laut PEI vertretbar.

Auf Deos verzichten, nicht auf Impfungen
Weder aus klinischen Studien noch aus der Erfassung von Impfnebenwirkungen gibt es Hinweise auf gesundheitlich schädigende Wirkungen
durch Aluminiumverbindungen nach Impfungen. Wer die Aufnahme von Aluminium generell einschränken möchte, sollte den Hebel woanders ansetzen: Steigen Sie lieber auf ein aluminiumfreies Deo um und überdenken Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten, als auf die schützende Wirkung von Impfungen zu verzichten!

Tipp:
Alltägliche Aluminiumaufnahme verringern
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, aluminiumhaltige Deodorants nicht unmittelbar nach der Rasur bzw. bei geschädigter Achselhaut aufzutragen. Noch besser ist es, Deodorants ohne Aluminiumsalze zu benutzen. Das BfR empfiehlt zudem eine unnötige Aluminiumaufnahme bedingt durch den unsachgemäßen Gebrauch von Alufolie, Alu-Grillschalen (durch Benutzung bei säure- oder salzhaltigen Speisen) oder unbeschichtetem Alu-Geschirr zu vermeiden. Zudem ist es ratsam, auf Fertiggerichte in Aluschalen zu verzichten.

Aluminium: die wichtigsten Fakten

Wo kommt Aluminium vor?
Aluminium ist ein Leichtmetall, das natürlicherweise auf der Erde vorkommt. Es ist eines der häufigsten Elemente der Erdkruste.

Was trägt zur oralen Aufnahme von Aluminium bei?
Aluminium taucht in gewissen Mengen in fast allen Nahrungsmitteln auf. Besonders hohe Dosen finden sich in getrockneten Kräutern, Tee und Gewürzen, sowie in Schokolade. Aluminium kommt als Farbstoff, Stabilisator, Backtriebmittel oder Trennmittel zum Einsatz. Zu finden ist es daher unter anderem in Fertigbackwaren, Süßigkeiten, Babynahrung und Käse. Außerdem ist das Metall im Trinkwasser enthalten und wird auch in größeren Mengen als Medikament eingenommen (z. B. zum Beispiel Antacida, also Arzneimittel zur Neutralisierung der Magensäure). Beim Gebrauch von Alufolie und Alu-Grillschalen, vor allem, wenn diese mit Säure oder Salz in Kontakt kommen, ist zu beachten: Das Leichtmetall wird durch Säure (z. B. aus Apfelschnitzen) und Salz (z. B. aus mariniertem Grillgut) herausgelöst und mit den Speisen aufgenommen.

Wieviel nehmen wir über die Nahrung auf?
Nach einer Abschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aus dem Jahr 2008 liegt die Aluminium-Aufnahmemenge über die Nahrung zwischen 0,2 bis 1,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht in der Woche – das entspricht für einen 60 kg schweren Erwachsenen einer täglichen Aufnahme von 1,7 bis 13 mg Aluminium. Über den Magen-Darm-Trakt wird davon jedoch nur bis zu etwa einem Prozent resorbiert.

Gibt es weitere Quellen für Aluminium in unserem Körper?
Ja, z. B. Deodorants. Sie enthalten aufgrund der schweißhemmenden Wirkung bestimmter Aluminiumverbindungen bis zu 5 Prozent des Leichtmetalls. Dieses wird teilweise über die Haut aufgenommen. Versuche haben gezeigt, dass bei einmaliger täglicher Anwendung eines Deodorants sogar etwas mehr Aluminium in den Körper gelangt, als durch Nahrungsmittel. Ist die Haut zudem z. B. durch eine Rasur geschädigt, vervielfacht sich diese Menge noch.

Quelle: Deutsches Grünes Kreuz e.V.

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