Neues Konzept für Pflegenoten? Aufwendiger, aber angemessen?

bpa-Präsident äußert sich zum Vorschlag des Pflegebeauftragten Laumann

„Die Bewertung nach Schulnoten, welche eher den Vorstellungen des Bundesgesundheitsministeriums entsprach als denen der Trägerverbände, hat dazu geführt, dass die hilfreichen Ergebnisse zu den wichtigen Fragen der Pflege und Betreuung in den Hintergrund gedrängt wurden. Mit der Abschaffung wird der Polemik der letzten Jahre die Grundlage entzogen. Wir freuen uns, dass diese Entwicklung jetzt auch in der Politik erkannt wird“, sagt Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa). Meurer weiter: „Wenn die Pflegekassen nun bestimmen sollen, welche Informationen die pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörige erhalten, ist eine einseitige Hervorhebung seltener Pflegerisiken zu erwarten. Aussagen zum Wohlbefinden der pflegebedürftigen Menschen dürften dann wohl eine untergeordnete Rolle spielen.“

Verbraucher müssen sich künftig mit den Bewertungen zu den wichtigsten Einzelaspekten beschäftigen. Das ist etwas aufwendiger, aber angemessen, da es bei der Auswahl einer Pflegeeinrichtung um eine wichtige Entscheidung geht. „Der bpa weist seit Einführung der Pflegenoten darauf hin, dass die Entscheidung für eine Pflegeeinrichtung nicht auf Testergebnisse gestützt wird, sondern vom persönlichen Eindruck vor Ort abhängig ist“, so Bernd Meurer.

„Wenn nun ein neues Institut und eine Ausweitung der beteiligten Institutionen vorgeschlagen werden, werden dadurch die Abläufe nicht einfacher, sondern bürokratischer. Angebliche Blockaden verhindert bereits seit Jahren die Schiedsstelle. Zusätzliche Institutionen zu beteiligen und letztlich einen Vorsitzenden entscheiden zu lassen, ist kein Beitrag zur Stärkung einer funktionierenden Selbstverwaltung. Der Vorsitzende eines Ausschusses muss von der Selbstverwaltung getragen und unabhängig sein. Bevor das BMG die Kontrolle durch den Vorsitz übernehmen will, sollte das dortige Verständnis der Selbstverwaltung erkennbar geklärt sein“, führt der bpa-Präsident weiter aus.

„Wir erwarten endlich eine klare politische Unterstützung zur Entwicklung und Einführung wissenschaftlich begründeter Instrumente zur Beurteilung der Qualität statt zusätzlicher Gremien. Bis heute fehlen zum Beispiel die gesetzlichen Grundlagen zur Nutzung der auf wissenschaftlicher Grundlage entwickelten Qualitätsberichterstattung“, stellt Bernd Meurer abschließend klar.

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Der Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung vom bpa – Bunderverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. zur Verfügung gestellt.

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