Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar: Ausstellung der Restaurationsarbeiten

Zehn Jahre nach dem verheerenden Brand in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek konnte der größte Teil der Bücher wiederhergestellt werden.

Am 2. September 2004 ereignete sich der größte Bibliotheksbrand der deutschen Nachkriegsgeschichte. Betroffen war die 1691 gegründete Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Das Feuer zerstörte den Dachstuhl völlig und auch das Hauptgebäude wurde schwer beschädigt. Wodurch der Schwellbrand ausgelöst wurde, ist unklar, Fremdverschulden konnte aber ausgeschlossen werden.
Durch das Feuer wurden circa 50.000 Bücher vernichtet und etwa 62.0000 Werke beschädigt. Ein Großteil dieser Bände ist durch Neukauf und Restauration wieder verfügbar. 28.000 Bücher konnten unversehrt aus den Flammen gerettet werden und der übrige Teil des Gesamtbestandes der Bibliothek lagerte zu diesem Zeitpunkt an einem anderen Standort und hat ebenfalls keine Schäden davongetragen.

Restaurationsarbeiten ausgestellt
In einer eigens für diese Reparaturen eingerichteten Werkstatt arbeiteten Mitarbeiter an der Restauration der „Aschebücher“, jener Bände, die schwere Brandschäden erlitten haben. Bereits die Identifizierung dieser Werke war sehr zeitaufwendig. Die Asche und der Löschstaub wurden zuerst entfernt, um dann beschädigte Blätter wieder mit Papierbrei und Japanpapier komplettieren zu können. Dabei wurde das traditionelle Verfahren zur sogenannten Papierergänzung weiterentwickelt. Auf diese Weise konnte ein erheblicher Anteil der Bände bereits wiederhergestellt werden. Der weitere Aufbau der Bestände wird allerdings vermutlich noch 15 Jahre dauern.

„Weimarer Apell“ – Für den Erhalt des Kulturguts
Das Vorangehen der Restaurierungsarbeiten wird seit dem 30. August 2014 in der Bibliothek ausgestellt. Des Weiteren erfahren die Besucher Wissenswertes über die technischen Möglichkeiten zum Erhalt der Werke mit Löschwasser- oder Brandschäden. Gleichzeitig fand im Studienzentrum der Bibliothek der 10. Aktionstag für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts statt. Bibliotheken und Archive fordern unter dem Motto „Weimarer Appell“ mehr finanzielle Untersetzung für die Erhaltung von Dokumenten und Büchern, dazu gehören neben deren Pflege und gegebenenfalls ihrer Restaurierung auch die richtigen Lagebedingungen zu schaffen. Auch Prominenz aus Kultur, Gesellschaft und Wissenschaft befürworten die Sicherung gefährdeter Originalschriften. Unter den ersten Unterschreiben waren Helmut Schmidt, Friede Springer, Ranga Yogeshwar und Karl Lagerfeld. Der „Weimarer Appell“ kann im Internet mitunterzeichnet werden.

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